Mitten ins Theaterleben hineingeboren wurde ich im Jahr 1973 im schönen Schwabenland. Meine Eltern waren immer aktive Theatermacher und -menschen. Meine Mutter Helga Wenhardt war Jahrzehnte lang Schauspielerin, Kostümbildnerin und Regisseurin im Naturtheater Grötzingen, einer der größten Amateur-Freilichtbühnen Baden-Württembergs mit rund 800 Sitzplätzen und jährlich zwei Inszenierungen. Mein Vater Rolf Wenhardt war ebenfalls Schauspieler, leitete den Theaterverein viele Jahre lang und war später zudem Präsident des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg.

Auf der Bühne stand ich erstmals im Alter von drei Jahren im Naturtheater Grötzingen beim Kindertheaterstück „Emil und die Detektive“. Von da an ging es jeden Sommer mit rund 10-15 Aufführungen nach mehreren Monaten Probenzeit auf die Bühne. Als „Anika“ spielte ich mit elf Jahren in Pippi Langstrumpf meine erste größere Rolle. Die brave, zurückhaltende und ruhige Freundin von Pippi war eigentlich gar nicht meins. Da gefiel mir die mutige „Millipilli“ ein Jahr später – meine erste Hauptrolle – sehr viel besser und der freche Moritz sowieso.

Meine absolute Lieblingsrolle aber war der kleine Halbdrache Nepomuk in Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, das damals mehr als 15.000 Zuschauer gesehen haben. Quirlig, laut und ein bisschen aufmüpfig, aber irgendwie auch süß war dieser kleine Kerl. Das war wohl auch der Moment, als mein Talent zu komischer Darstellung sehr offensichtlich wurde. Sprachtraining, Stimmbildung, Training zur Bühnenpräsenz gehörten jahrelang ebenso zur Ausbildung am Amateurtheater wie Theaterfahrten ins Ausland und der intensive Austausch mit anderen Theatergruppen. 

Mit Abitur und Beginn des Studiums wurde es etwas ruhiger um mein Theaterengagement – losgelassen hat es mich aber nie. Es zog mich zum Studium der Theaterwissenschaften in die Großstadt Berlin, wo ich ebenfalls Theater gespielt habe. Im Laufe des Studiums entschied ich mich schließlich gegen das Theater als Broterwerb – stattdessen sollte es zunächst Journalismus sein. So verschlug es mich im Milleniumsjahr nach Rodgau-Dudenhofen und für das Aufbaustudium und Volontariat an der Gutenberg-Universität Mainz. Dort habe ich die professionelle Auseinandersetzung mit Texten – schreiben, redigieren und dramaturgisch aufbereiten – gelernt und in meinem Job als freie Journalistin bei der Frankfurter Rundschau, dem Main-Echo Aschaffenburg (Feuilleton mit Schwerpunkt Kleinkunst & Kabarett) und der Theaterzeitschrift Schau.Spiel über Jahre vertieft.

Seit der Fastnacht-Kampagne 2014/2015 stehe ich in Rodgau mit JSK-Kabarett-Truppe En Haufe Leut bei Fastnacht und auch im Sommer auf der Bühne. Im Sommer 2018 übernahm ich die Leitung der Gruppe und gründete noch im gleichen Jahr eine Jugendtheatergruppe, ebenfalls für den Jügesheimer Sport und Kulturverein JSK.

Meine wichtigsten Theaterstationen im Überblick:

  • 1977 „Emil und die Detektive“ (erste Bühnenschritte)
  • 1984 Anika in „Pippi Langstrumpf“
  • 1985 Millipilli in „Stokkerlok und Millipilli“
  • 1988 Moritz in „Max und Moritz“
  • 1990/1991 Drache Nepomuk in „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und „Jim Knopf und die Wilde 13“
  • 1992 steppender Geier in „Das Dschungelbuch“
  • 1993 letzte Saison wegen Abiturs – Auftritt als Hinterteil eines Kamels in „Kalif Storch“
  • 1994 Regiehospitanz an den Luisenburgfestspielen Wunsiedel („Der zerbrochene Krug“, „Lumpazivagabundus“)
  • 1995 Regieassistenz bei Peter Schaffers „Amadeus“ und „Nathan der Weise“ an den Luisenburgfestspielen Wunsiedel
  • 1997 Praktikum am Landestheater Württemberg-Hohenzollern (LTT) in Tübingen, Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit
  • 1999 Sheila Birling in „Ein Inspektor kommt“ bei der Theatergruppe „Schattenlichter“ in Berlin
  • 2000 Abschluss Magister-Studium Germanistik, Theaterwissenschaft und Geschichte
  • 2004 die gute Mutter in „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ beim Theaterensemble Dietzenbach e.V.
  • Seit 2007 Larp – Live Acting Role Play – eine Art 24-Stunden Improvisationstheater mit frei gewählten Rollen, selbst geschneiderten mittelalterlichen Kostümen und eigens organisierten Veranstaltungen für andere Larp-Begeisterte in ganz Deutschland
  • 2008-2012 freie Schlussredakteurin der Fachzeitschrift Schau.Spiel
  • 2010 „Der kleine Mondbär“ mit Kindern aus dem Kindergarten Alter Weg (Regie und Text)
  • 2011 Unterstützung der Probenvorbereitung für „Max und Moritz“ an der Wilhelm-Busch-Schule zur akademischen Feier der Schule
  • Seit 2015 mit En Haufe Leut bei der JSK-Fastnacht als Christine Häberle
  • 2016 Sommerprogramm En Haufe Leut, Kabarett aus dem Parlament Motto „Wers waas werds wisse“ Christine Häberle und der „Duxit“
  • 2018 Leitung sowie Moderationder Kabarett-Gruppe En Haufe Leut und Leitung des JSK-Jugendtheaters
  • 2020 Kabarett im Park mit En Haufe Leut